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(Elektron =
klarer Edelstein in der Antike)
Und so begann es ……
Im Jahre 1912 begannen mehrere Interessenten aus den Gemeinden Vorderburg und Rettenberg unter Leitung des damaligen Pfarrherrn Johann Schiebel von Vorderburg mit der Gründung einer Leitungsgenossenschaft zur Versorgung mit elektrischer Energie.
Am 16. August 1912 wurde hierfür der Beschluss gefasst - Der Grundstein des genossenschaftlichen Gedankens wurde hiermit gelegt.
Die Eintragung der Genossenschaft ins Genossenschaftsregister beim königl. Amtsgericht in Kempten erfolgte jedoch erst zum 13. Mai 1913
Elektrizitäts-Genossenschaft Rettenberg-Vorderburg eGmbH
Gegenstand des Unternehmens ist der Bau und Betrieb einer elektrischen Hochspannungsfernleitung eines Niederspannungsnetzes für die Gemeinden Vorderburg und Rettenberg, sowie der benachbarten Orte. Vorstandsvorsitzender war Pfarrer Johann Schiebel und Michael Brack Bürgermeister von Vorderburg.
Nachdem zunächst das Vorhaben die Energie durch Wasserkraft zu erzeugen, gescheitert war, wurde beschlossen die Energie vom Elektrizitätswerk Böhm & Co aus Kempten zu beziehen. Der Energiebedarf wird auch heute noch nach wie vor fremdbezogen. Vom Allgäuer Überlandwerk (AÜW) in Kempten, von Heim Sixtus – Strom aus Wasserkraft und zwischenzeitlich auch noch regenerativ über diverse Photovoltaikanlagen. Der Strombezug wurde von Beginn an durch Stromlieferverträge sowie der Stromverkauf mit Tarifverträgen geregelt
Mit der Stromlieferung wurde am 21. August 1913 begonnen. Ein Jahr später konnte bereits die Gemeinde Untermaiselstein angeschlossen werden. So wurde Jahr für Jahr das Stromnetz ausgebaut. Anfänglich waren es fünf Stationen, bereits 1927 sind 13 Stationen im Einsatz. Heute im Jahr 2003 läuft die Stromversorgung des ca. 58 qkm großen Versorgungsgebietes über 63 Stationen. (Gebäude- u. Maststationen) . Die Versorgungsleitungen werden heute größtenteils nach Möglichkeit in die Erde verlegt.
Der Aufwand für Fortschritt oder Luxus forderte damals enorm viel Geld, da sich der Kilowattpreis jahrelang für Lichtstrom bei 50 Pfennig bewegte, zuzügl. Anschluss- und Installationskosten, Grundgebühr und Zählermiete. 1922 wurde zum Stromsparen aufgerufen, während der Lichtzeit durften keine anderen Geräte bzw. Motoren eingeschaltet sein. Zuwidrighandlungen werden bestraft, hieß es in einer Bekanntmachung. Jedoch wurde zum 25-jährigen Bestehen für den Monat Dezember 1937 keine Grundgebühr verrechnet.
1929 wurde der Sitz der Genossenschaft nach Rettenberg verlegt.
1954 begann man mit der Planung eines Geschäftshauses in Rettenberg, da die Genossenschaft bisher keine eigenen Räume zur Verfügung hatte. Die Unterbringung der Lager- Werkstatt- und Büroräume war bislang in unterschiedlichen Häusern. Das neuzeitlich moderne Gebäude mit Werkstatt, Lager, Büroräumen und einem dazugehörigen Ladenraum sowie zwei Wohnung wurde am 29. Dez. 1956 feierlich seiner Bestimmung übergeben. Den kirchlichen Segen, überbrachte Dekan Spägele mit den Worten „Wenn der Herr das Haus nicht baut, bauen die Bauleute umsonst“. Erbaut wurde das Gebäude in der heutigen Burgbergerstraße größtenteils unter Einbeziehung der örtlichen ansässigen Handwerkerschaft und ist bis heute der Sitz der Genossenschaft.
Die nahezu lückenlose Aufzeichnung in den Protokollbüchern von Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung dokumentiert die Entwicklung der Genossenschaft über die 90 Jahre. Unzählige Beschlüsse wurden gefasst – auch mal wieder aufgehoben, Bilanzen und Jahresabschlüsse erarbeitet, Revisionsberichte durchgearbeitet, Investitionen festgelegt, Änderungen div. Paragraphen, mehrmalige Einführungen neuer Satzungen; Wechseln von Vorständen, Aufsichtsräten, Personalveränderungen, Mitarbeiter wurden eingestellt/ausgestellt, Lohn- und Gehaltsverhandlung, ab und zu Meinungsverschiedenheiten ausdiskutiert und begradigt; Mitgliederbewegungen festgehalten und und und ….. Als die derzeit ältesten aktiven Mitglieder sind die Sennereigenossenschaft Untermaiselstein und Gemeindeverwaltung Rettenberg mit Beitritt 20. Febr. 1933 eingetragen. Zum Bilanzstichtag 31. Dez. 2002 sind 274 Mitglieder mit 585 Anteilen verzeichnet.
In den mehr als 95 Jahren lenkten insgesamt acht Vorstandsvorsitzende die Geschicke der Genossenschaft, darunter Rekordhalter Franz-Josef Bernhard, der dieses Amt immerhin 42 Jahre bekleidete – sparsam und korrekt wie man ihn kannte. Wie ein roter Faden und doch vertraut mit der EGR lesen sich manche Namen von Vorständen, Aufsichtsräten und Mitarbeitern über mehrere Generationen und Jahrzehnte in den Büchern – wie z. B. Elektromeister und Betriebsleiter Wilhelm Bentele, der maßgeblich durch seine vorausschauende Planung am Ausbau unseres Stromnetzes beteiligt war, sowie Sohn Adolf; Uhlemayr Alois, Horst und Konrad – dem heutigen Betriebsleiter. Am 06.10.1938 steht im Protokollbuch „der Einstellung von Kirchbihler Otto als Lehrling wird zugestimmt“ – heuer, im Jahr 2003 tritt sein Enkel Thomas, in dritter Generation die Ausbildung als Elektriker bzw. nach heutigem Wortlaut „Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“ an. Die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter (zum Teil über 40 Jahre) spricht für sich. Nicht zu vergessen alles Vorstände, Meister, Betriebsleiter und Mitarbeiter, die zur Entwicklung der Genossenschaft beigetragen haben. Hinter dem Betrieb EGR stehen derzeit neun Mitarbeiter, die allesamt außer einer Angestellten die Ausbildung bei der EGR durchliefen, sowie zwei Auszubildende. Der Personalstamm wurde in den letzten Jahren von durchschnittlich 15 Mitarbeitern reduziert auf den heutigen Stand. Dafür sind einige Computer im Einsatz. Die Elektrizitäts-Genossenschaft entwickelte sich bis heute zu einem modernen und zeitgemäßen Betrieb, der regelmäßig Steuern zahlt (und dies nicht unerheblich) und Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Unsere Leistungen umfassen die komplette Stromversorgung, Instandhaltung und Ausbau des Stromnetzes, komplette Elektro-Installationen bis hin zur modernen Gebäudetechnik sowie Verkauf von Elektrogeräten.
Über so manche Höhen und Tiefen führte der Weg der Genossenschaft, durchlebt wurden gute als auch schlechte Zeiten. Nicht zuletzt galt es zwei Weltkriege zu überstehen, den Wiederaufbau, die Wirtschaftswunderjahre bis hin zu heutigen Zeit – die Zeit nach der Globalisierung und Öffnung der Strommarktes. So mancher Versuch der Übernahme, Fusion, Auflösungs- oder Aufhörgedanke konnte bislang erfolgreich abgewehrt werden. An dieser Stelle ein stiller Gedanke allen Pionieren, die hier großartige Aufbauarbeit geleistet haben. Jedes Jahrzehnt wurde so auf seine Weise geprägt.
Ab dem Jahr 2002 vermarkten wir den Strom in gemeinsamer Kooperation mit den Oberallgäuer EVU’s unter dem Namen „AllgäuStrom – die heimatstarke Energie“
Doch was wären wir ohne Mitglieder und Kunden?
Hier möchten wir uns bei allen Mitgliedern und Kunden bedanken, die uns über all die Jahre hinweg die Treue hielten und zu Ihrer Genossenschaft stehen.
Unser gemeinsames
Ziel:
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